Glossar
Glossar
A
- Application Programming Interface (API)
Software-Schnittstelle, die es einem Programm- oder Service-Anbieter ermöglicht, Anwendungsprogramme (Applikationen) in einem Computer auszuführen. Dabei wird durch eine mehrschichtige Entkopplung eine Hardware-Unabhängigkeit erreicht: Auf Geräten unterschiedlicher Hersteller weist die Applikation dasselbe "Look-And-Feel" und dieselbe Funktionalität auf.
- Applikationen
Zusätzlich zu TV- und Radioprogrammen kann ein digitaler Receiver (Set-Top-Box) weitere Anwendungen empfangen, die als Applikationen bezeichnet werden. Dazu zählen die Programmführer (EPG) von ARD und Premiere World ebenso wie Computerspiele oder die Videotext-Funktion der d-box..
B
- Bandbreite
Ein Maß für die Übertragungskapazität eines Kanals (Einheit meist MHz).
- Bouquet
Das Wort stammt aus dem Französischen und bedeutet direkt übersetzt Blumenstrauß. Ein Programm-Bouquet ist eine Zusammenstellung verschiedener (Sparten-) Programme eines Programmanbieters.
- Broadcast / Breitsendung
Nachricht/Information, die an alle Stationen und Empfänger gleichzeitig gesendet wird. (z.B. um Bandbreite zu sparen bei zu hoher Netzauslastung) ==>Bsp.: Fernseh- und Radiosendungen. In Zukunft wird es viele kostenpflichtige Fernseh- und Radioprogramme, Internet- oder Software- Angebote geben. Damit nicht jeder Anbieter eine eigene Box für sein Angebot braucht, ist es möglich, nur die Kartenleser einer Box zu tauschen. Voraussetzung dafür ist, daß die verschiedenen Karteleser ebenso wie die Set-Top-Box eine einheitliche Schnittstelle, das Common Interface, besitzen. Es ist sozusagen der Kartenleser und das CAM zusammen.
C
- Conditional Access Modul, kurz CA-Modul (CA/CAM)
Pay-TV-Programme sind generell verschlüsselt, der Bildschirm bleibt schwarz, der Ton stumm. Erst wenn die Abogebühren bezahlt sind, schaltet der Pay-TV-Anbieter die Boxen individuell frei. Das CA-Modul vergleicht den gesendeten Code mit dem auf der Smartcard. Stimmen sie überein, werden die entsprechenden Programme dechiffriert und damit sichtbar.
- Common Interface, kurz CI
Schnittstelle, mit deren Hilfe Decoder mit unterschiedlichen Zugangskontrollsystemen (Conditional Access) für ein Endgerät betrieben werden können.
D
- d-box
So heißt der digitale Empfänger für die Pay-TV-Sender von Premiere, der auch die freien digitalen Programme empfängt, selbst wenn man kein Pay-TV-Abo abgeschlossen hat. Es gibt zwei Generationen der d-box.
- DAB
Digital Audio Broadcasting, digitaler Hörfunk, der über spezielle Geräte empfangen werden kann. Es werden neben Tonsignalen auch Daten auf Bildschirme übermittelt.
- Datenrate (Mbit/s)
Anzahl der übertragenen Bits pro Zeiteinheit. Die Datenrate entscheidet maßgeblich über die Bildqualität digitaler Fernsehprogramme und wird in Megabit pro Sekunde (Mbit/s) angegeben. Datenraten von 5 bis 6 Mbit/s entsprechen dabei einer Bildqualität, wie sie analoge Fernsehprogramme liefern.
- Demodulation
Rückgewinnung des Nutzsignals aus einer modulierten Trägerschwingung.
- Digital
Binäre Codes werden so bezeichnet, also die Zustände 1 und 0.
- Digitalisierung
Wandeln eines analogen Signals in ein digitales.
- Digitale Plattform
Sie bezeichnet die Ausrüstung von Sendestudios (Encoder, Multiplexer, Uplink-Antenne und so weiter), um Audio- und Videoinformationen sowie Daten zu packen und zu einen Satelliten zu schicken, damit Receiver diese Informationen wieder empfangen können.
- DiSEqC - Digital Satellite Equipment Control
Wer analoge und digitale Programme von Eutelsat und eventuell anderen Satelliten empfangen will, kommt um Diseqc nicht herum. Die Set-Top-Box liefert dabei Steuersignale in digitaler Form, mit denen sich mehrere Antennen anwählen lassen. Genauere Infos gibt es hier!
- Downlink
Signalstrecke vom Satelliten zu den Empfangsstationen auf der Erde (Fernsehhaushalte mit Satellitenempfängern, Kabelkopfstationen, welche die empfangenen Signale in das Kabelnetz einspeisen, etc.). Die zugehörige Frequenz, mit der die Signale vom Satelliten zur Erde gesendet werden, heißt dementsprechend Downlink-Frequenz. Die Downlink-Frequenz liegt bei den heute für die Fernsehausstrahlung in Betrieb befindlichen Satelliten im Bereich von 10,75 GHz .... 12,75 GHz.
- DVB
DVB steht für Digital Video Broadcasting (Digitales Fernsehen). Dahinter steckt eine Organisation namens DVB-Projekt, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, für Ordnung im Signalgewirr digitaler Daten zu sorgen. Sie hat unter anderem mehrere DVB-Standards entwickelt.
E
- EPG
Der Electronic Programm Guide (EPG) ist bei Set-Top-Boxen Bedienoberfläche und Programmzeitschrift in einem. Über viele Schaltflächen lassen sich per Fernbedienung verschiedene Funktionen aktivieren. Außerdem liefert er Kurzinhalte und Hintergrundinformationen zu allen Sendungen des aktuellen Tages und der darauffolgenden Tage.
- Eutelsat
Dieser europäische Satellitenbetreiber besitzt eine ganze Flotte von Satelliten im All. Sie übertragen zahlreiche ausländische Programme. Die für Deutschland wichtigsten Hotbird-Satelliten befinden sich auf 13,0 Grad Ost und bieten unter anderem die Musikprogramme von Viva 1, Viva 2, ONYX, Euronews sowie das Programm der Deutschen Welle. Welche deutschen Sender Sie noch über die Hotbirds empfangen können, steht hier.
H
- Headend
Siehe Kabelkopfstation
- Hotbird
Bereits fünf dieser Satelliten von Eutelsat befinden sich auf der Orbitposition 13,0 Grad Ost und versorgen Europa mit einer Vielzahl an Radio- und Fernsehprogrammen sowie mit Datendiensten. Zu empfangen sind ihre Programme mit einer Satelliten-Antenne von mindestens 60 Zentimetern Durchmesser.
- Hyperband
Das Hyperband ist ein Frequenzbereich im Kabelnetz, der sich oberhalb von 300 MHz befindet (S21-S41). Im Hyperbandbereich (300-450 MHz) wird das digitale Fernsehsignal in die Kabelnetze eingespeist.
K
- Kabelkopfstation
Die Kopfstation wird beim Kabelempfang benötigt, um die Satellitensignale zu empfangen und in das Kabelnetz einzuspeisen.
- Kanalcodierung
Übertragungsspezifische Codierung des digitalen Datenstroms.
- Koaxialkabel
Speziell (doppelt) abgeschirmtes, verlustarmes Hochfrequenzkabel mit einem koaxial aufgebauten Innenleiter. Verwendung bei Kabel- und Satellitenempfang. Das Kabel hat einen 75 Ohm Wellenwiderstand.
- Kopfstelle/Kabelkopfstation
Die Kopfstation wird beim Kabelempfang benötigt, um die Satellitensignale zu empfangen und in das Kabelnetz einzuspeisen.
M
- Middleware
Bezeichnung für die Software, die die "virtual machine" (Betriebssystem) einer Set-Top-Box darstellt. Die Middleware (z.B. OpenTV / MHP) gewährleistet den Betrieb der Software von Hersteller (z.B. Menü) oder der TV-Sender (z.B. EPG).
- MPEG
Abkürzung für Motion Picture Expert Group. Standard zu Datenreduktion von Audio- und Videodaten. Diese Expertengruppe hat Standards für die Übertragung digitaler Informationen entwickelt.
- MPEG-1
Datenreduktionsverfahren, das hauptsächlich im Computerbereich angewendet wird, z.B. auf CD-Rom.
- MPEG-2
Datenreduktionsverfahren mit Datenraten von 2 bis 15 MBit/s. Wird für den Fernsehbereich angewendet.
- MPEG-2-Video
Ist eine Form der Datenreduktion und Standard für Digital-TV in Europa. MPEG beinhaltet auch die Norm für den Ton, der Fernsehton ist beispielsweise MPEG-1-Audio.
- Multimedia Home Plattform (MHP)
Ein System der Zukunft, wie digitales Fernsehen und die Set-Top-Boxen für den Nutzer attraktiver werden.
- Multiplex
Verfahren zum Zusammenführen der verschiedenen Video-, Audio- und Datensignale zu einem gemeinsamen Transportstrom, der zum Endgerät per Satellit, Kabel oder terrestrischer Antenne übertragen wird.
N
- Near Video on Demand
Im Gegensatz zum echten "Video on Demand" muss sich der TV-Nutzer nach den Vorgaben des Programmanbieters richten. In bestimmten Zeitabständen von einer viertel, halben oder ganzen Stunde wird derselbe Film (oder eine andere Sendung, z.B. Sport) auf verschiedenen Kanälen aufs neue gesendet. Der Nutzer hat nun die Möglichkeit, sich eine Startzeit auszusuchen, wann er die Sendung sehen möchte.
P
- PAL
Phase Alternate Line, deutsches Farbfernsehsystem, von Prof. Bruch entwickelt. Es stellt eine Verbesserung des amerikanischen NTSC-Verfahrens dar. Dadurch sind nahezu fehlerfreie Farbübertragungen möglich.
- PALplus
Sendenorm, die für Bildformate 4:3 und 16:9 nutzbar ist. Voll kompatibel zu herkömmlichen PAL-Norm bei 4:3 Geräten, dient es 16:9 Fernsehgeräten zur besseren Bildauflösung und erfordert einen speziellen PALplus-Decoder. Dieses Signal ist beim digitalen Fernsehen nicht übertragbar.
- PayPerChannel
Bei diesem Angebot handelt es sich um ein Abonnementfernsehen, bei dem der Zuschauer ein monatliches Entgeld für den Empfang eines kompletten Programmkanals (ein Programm oder ein ganzes Paket von Programmen) bezahlt.
- PayPerView
Der Zuschauer bezahlt nur für die Filme und Fernsehsendungen, die er sich wirklich anschaut. Voraussetzung ist derzeit ein Abonnement bei einem Pay-TV-Sender wie PREMIERE. Jeder Film, den er sich über das Abo hinaus anschauen will, kostet zusätzlich eine Gebühr.
- PayTV
Die öffentlich-rechtlichen Sender wie ARD und ZDF finanzieren sich größtenteils über die Rundfunkgebühren, Privatsender wie RTL, Sat.1 und ProSieben durch Werbeeinahmen. An Pay-TV-Sender muss der Zuschauer eine monatliche Gebühr entrichten, wenn er Filme ohne Werbeunterbrechung sehen will. In Deutschland gibt es derzeit einen Pay-TV-Sender: PREMIERE. Als weiterer Pay-TV-Betreiber tritt.
- Playout-Center (POC)
Funktionseinheit bei einem Programmanbieter: im POC sind die Geräte zur Codierung, Multiplex-Bildung, Modulation und Satelliten-Ausstrahlung der Digital-Signale untergebracht. Außerdem findet hier die Sendeabwicklung und Überwachung der einzelnen Programme statt.
S
- Set-Top-Box
Dieses "Draufstellkästchen" ist ein Empfangsgerät für digitale Bilder, Töne und Daten aller Art. Die Set-Top-Boxen gibt es als so genannte "Zapping"-Box für unverschlüsselte Kanäle und zusätzlich mit Common Interface Schnittstelle (CI) für verschlüsselte Kanäle.
- SI
Service Information - Tabellen im Transportstrom mit Programminformationen und Steuerinformationen für den Decoder. Bei Änderungen der Kanal- oder Transponderbelegung, wechsel von Programmbezeichnungen oder Änderungen von Übertragungsparametern muss kein neuer Suchlauf mehr durchgeführt werden. Die Set-Top-Box stellt sich anhand der SI automatisch auf die Änderungen ein.
- Simulcrypt
Einige Pay-TV-Anbieter wenden neben der Verschlüsselung in einem System (z.B. Nagravision) auch noch ein zweites System an (z.B. Conax). Das bedeutet, dass das Signal sowohl durch ein Nagravision-CA-Modul als auch durch eine Set-Top-Box mit Conax-Decoder entschlüsselt werden kann. Durch die Zusammenarbeit wird damit vermieden, dass man sich zwei verschiedene Decoder ins Wohnzimmer stellen muss
- Smartcard
Sie sieht aus wie eine Telefonkarte und liefert dem CA-Modul bzw. dem CI die Identifikation des Besitzers und enthält Informationen darüber, welche Programme gesehen werden dürfen. Über Satellit oder Kabel lässt sie sich freischalten oder sperren.
T
- Transponder
Übertragungskanal eines Satelliten. Auf einem Transponder hat ein analoges oder mehrere digitale Programme platz.
- Transportstrom
Digitales Signal, das neben verschiedenen Video- und Ton-Programmen auch Datensignale für den ordnungsgemäßen Betrieb der Endgeräte, außerdem gegebenenfalls Informationen zur Verschlüsselung und Freischaltung der Geräte zur Nutzung von PayTV enthält. Der TS wird durch geeignete Verfahren (DVB) vom Programmanbieter per Satellit, Kabel oder terrestrischer Antenne zum Zuschauer übertragen.
V
- Video-on-Demand
Bisher musste man in die Videothek fahren, wollte man sich aus einer großen Anzahl an Filmen seinen Lieblingsfilm aussuchen. Video-on-Demand bietet diese Auswahl zu Hause und über den Fernseher an, empfangen wird der Lieblingsfilm mit der Set-Top-Box. Und so gehts: Der Benutzer kann zu jeder Zeit eine beliebige Sendung beim Programmanbieter bestellen und zum gewünschten Zeitpunkt sehen. Bisher sind das noch kühne Träume, mit Near-Video-on-Demand aber schon fast verwirklicht.





